Wenn das Fremde vertraut wird

Frauen wollen für Fremde „einladend und offen sein“

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„Gottes Segen komme zu uns Frauen, / dass wir einladend und offen sind / und neue und fremde Menschen sich / in unserer Mitte wohlfühlen.“ So beginnt der Frauensegen, den rund 60 Frauen christlichen und muslimischen Glaubens am Abend des 8. Juli gemeinsam in der Duisburger Salvatorkirche gesprochen haben. Anlass war der 19. Ökumenische Frauengottesdienst, zu dem der kfd-Stadtverband Duisburg (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) gemeinsam mit der evangelischen Frauenhilfe Duisburg-Nord und -Süd geladen hatten. Thema des Abends war „Fremd sein – Vertraut werden“.


Eingebettet in die biblische Geschichte von Ruth und Noomie über Aufbruch, Weg und Ankunft der beiden in einem ihnen fremden Land kamen im Gottesdienst sechs Frauen ganz unterschiedlicher Herkunft und Altersklasse zu Wort, die alle eines einte: Die persönliche Erfahrung mit dem Fremdsein und ihrer Geschichte hinter dieser Erfahrung. Zum Beispiel die der Frau, die als Flüchtling nach dem 2. Weltkrieg aus Schlesien nach Duisburg kam, der deutschen Studentin im Ausland, die erlebte, von den Menschen im Gastland herzlich aufgenommen worden zu sein, der Dunkelhäutigen, die bei der Wohnungssuche in Deutschland fast scheiterte, der deutschen Ordensschwester in Ghana, die lange brauchte, um auch im Alltag der Menschen akzeptiert zu werden, oder der Christin, deren Gemeinschaft sich zunächst schwer damit tat, Neue unvoreingenommen in ihren Reihen aufzunehmen.


Die Geschichten der Frauen waren nicht nur sehr persönlich erzählt, sie wirkten auch wie Teil eines großes Gebets mit dem Versprechen, sorgsam mit Fremden umzugehen. Das Gehörte und Erfahrene gipfelte dann in der vierten Strophe des Frauensegens, in der es heißt: „Gottes Segen komme zu uns Frauen / dass wir uns einsetzen, / dass aus Fremden Nachbarinnen / und aus Nachbarinnen Freundinnen werden.


Die Kollekte des Abends ging übrigens an den Petershof in Duisburg-Marxloh, wo viel dafür getan wird, dass aus Fremden unterschiedlicher Herkunftsländer im besten Sinne Vertraute werden, auf dass sich alle heimisch fühlen können.

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