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Notfallseelsorge bildet Nachwuchs trotz Corona weiter aus

Praktika als Teil der Ausbildung müssen aber noch warten

Notfallseelsorger Klaus Andrees  I Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg
Notfallseelsorger Klaus Andrees I Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg

Ausgebildete Notfallseelsorger werden in Duisburg dringend gebraucht. Das geht aber nicht (mehr) ohne den Einsatz ehrenamtlicher Kräfte, die bereit sind, im Einsatz rund um die Uhr erste Hilfe für die Seele zu leisten, wenn es hart auf hart kommt. Bei der ökumenischen Notfallseelsorge in Duisburg befinden sich gerade 18 Freiwillige in einem einjährigen Ausbildungskurs zum ehrenamtlichen Notfallseelsorger. Deren praktischer Ausbildungsteil stockt Corona bedingt allerdings gerade etwas. Zwei Ausbildungseinheiten mussten schon seit Ausbruch der Krise abgesagt werden. "Aber zumindest den theoretischen Teil der Ausbildung können wir weiterführen“, berichtet Notfallseelsorger und Ausbilder Klaus Andrees vom evangelischen Kirchenkreis Duisburg.

 

Die angehenden Seelsorger haben in Video-Seminaren weitergearbeitet und sich vorher selbstständig mit zugeschickter Lektüre vorbereitet. „Hochmotiviert“ findet Andrees die handverlesene Gruppe. Demnächst werden sie sich bei einem Schulungswochenende in der Akademie Klausenhof im Weseler Umland endlich wieder persönlich treffen. Das Tagungshaus hat genug Platz, um den gebotenen Abstand zueinander sicherzustellen. Es gibt Themen wie Suizid und plötzlichen Kindstod, über die man nicht von Bildschirm zu Bildschirm reden kann, sondern nur, wenn man im gleichen Raum sitzt. So sieht es der erfahrene Seminarleiter, der sich die Ausbildungsarbeit mit Diakon Richard Bannert teilt und zu manchen Themen externe Experten dazu bittet. 

 

Die Praktika als unverzichtbarer Teil der Ausbildung müssen allerdings noch warten. Es gibt zunächst auch weiterhin keine 24-Stunden Bereitschaftsdienste der Duisburger Notfallseelsorge, aber der Hintergrunddienst konnte bisher in allen häuslichen Notfällen den zuständigen Pfarrer erreichen, der dann telefonisch die seelsorgerliche Betreuung übernahm. „Bei größeren Schadenslagen, wie Bränden oder Unfällen wären wir natürlich auch vor Ort und würden mit Vollschutz, also Maske, Handschuhen und Schutzanzug, Dienst tun“, versichert Andrees. Die Zahl der Einsätze ist im Moment aber etwas geringer als sonst.

 

Abschluss und feierlicher Höhepunkt der Ausbildung soll die kirchliche Beauftragung der neuen Notfallseelsorger in einem Gottesdienst sein. Der muss nun um einige Monate verschoben werden. Wenn bis dahin immer noch ein paar Praxisstunden fehlen sollten, so wird das nicht am Beauftragungsgottesdienst rütteln. Klaus Andrees ist fest entschlossen, sich und seinen Ehrenamtlichen diesen Gottesdienst nicht nehmen zu lassen. „Die fehlenden Praxisstunden können sie später noch nachholen“, sagt er abschließend.

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