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Hamborner Pfarrei St. Johann setzt Zeichen der Ermutigung und Unterstützung

Nachbarschaftshilfe und neue Formate des gemeinsamen Gebets stehen im Mittelpunkt

Foto: Bistum Essen
Foto: Bistum Essen

In den letzten Tagen sind in der katholischen Pfarrei St. Johann in Hamborn neue Ideen und Impulse auf den Weg gebracht worden, die für die Menschen im Duisburger Norden zum Zeichen der Ermutigung und Unterstützung bei der persönlichen Bewältigung der Corona-Krise werden können. Das gilt für neue Angebote der unmittelbaren Nachbarschaftshilfe ebenso wie für eine pastorale Begleitung per WhatsApp, E-Mail und Facebook. Für das persönliche Gebet bleibt zudem die Abtei-Kirche den ganzen Tag über geöffnet und St. Barbara öffnet seine Kirche täglich von 11 bis 16 Uhr unter Aufsicht eines ehrenamtlichen Helfers, der dafür sorgt, dass die Menschen sich an die notwendigen Abstandsregeln halten.

Einladung zum abendlichen Vaterunser-Gebet um 19.00 Uhr

Zudem hat Pfarrer Abt Albert in dieser Woche alle Gemeindemitglieder eingeladen, sich der bereits von einer Oberhausener Pfarrei mit großem Zuspruch praktizierten Initiative #Hoffnungslicht anzuschließen und jeden Abend um 19.00 Uhr eine Kerze zu entzünden, sie ins Fenster zu stellen und ein Vaterunser zu sprechen. „Das Gebet zuhause in dem Bewusstsein zu sprechen, dass dies zur gleichen Zeit an vielen anderen Orten auch geschieht, kann den Menschen den jetzt so wichtigen Halt geben, damit sie ihre Zuversicht nicht verlieren und weiter mit Gottvertrauen auf das blicken, was kommen mag“, ist Abt Albert sicher.

Morgen-Impuls auf Facebook von Pater Altfried

Die Abteikirche in Duisburg-Hamborn
Die Abteikirche in Duisburg-Hamborn

In dieser Zeit, in der die Gottesdienste wegen der Corona Pandemie vorübergehend ausgesetzt werden müssen, müssten die Gemeindemitglieder eigentlich auch auf die von vielen sehr geschätzten gedanklichen Impulse der sonntäglichen Predigten verzichten − wenn es nicht Social-Media Plattformen wie Facebook gäbe. Und Priester, die mit diesem Medium umgehen können. Das ist in der Pfarrei St. Johann zum Beispiel Pater Altfried. Der Pastor von St. Johann will in nächster Zeit immer mal wieder kurze Videos von etwa fünf Minuten Länge mit einem ganz persönlichen Morgenimpuls auf seiner Facebookseite „Katholisch in Hamborn“ posten. Der erste Impuls ging am 19. März online. Damit will er den Menschen Halt und Zuversicht geben, damit sie gestärkt in ihren derzeit zumeist eher von Unsicherheit geprägten Alltag starten können.


All jenen, die sich in dieser Zeit nicht nur allein oder im Kreis der Familie mit Bitten und Dank an Gott wenden möchten, bietet die Ordensgemeinschaft der Prämonstratenser in Duisburg-Hamborn zudem an, ihre Gebetsanliegen per E-Mail an pray-4-me@web.de zu senden. Die Patres nehmen diese Anliegen dann gerne mit in ihre regelmäßigen Gebetszeiten.

Konkrete Hilfen im Alltag gibt es an vielen Stellen

Was die konkreten Hilfen bei der Bewältigung des Alltags angeht, konzentrieren sich die Angebote innerhalb der Pfarrei St. Johann auf tätige Nachbarschaftshilfe sowie eine angepasste Fortsetzung bewährter Unterstützungsangebote wie die Obdachlosenbetreuung im Petershof in Marxloh oder die Speisenangebote des Projekts LebensWert in Neumühl. Letzteres läuft derzeit natürlich nur noch unter dem Motto „Wir kochen für zuhause“. Denn die Speisen können lediglich im Fensterverkauf an der Holtener Straße abgeholt oder von dort aus geliefert werden.


Im Petershof in Marxloh dagegen läuft derzeit alles nach Aussage von Pater Oliver „im eingeschränkten Modus“. Er betont aber: „Mit Rücksprache und Genehmigung des Gesundheitsamtes führen wir die essentielle Versorgung der Obdachlosen im Duisburger Norden weiter durch (Notunterkunft, Lebensmittel, Kleidung, medizinische Hilfe). Die Notunterkunft ist mit 16 Personen im Moment voll belegt. Ebenso können sich Marxloher hier melden, wenn sie keine Gelegenheit zum Einkaufen haben (Lebensmittel, Apotheke) – dann besorgen wir die Sachen“. Bei Interesse kann man sich im Petershof melden (Tel.: 500 66 07)

Nachbarschaftshilfe auch in Bruckhausen und Wehoven

Ein ähnliches Angebot der tätigen Nachbarschaftshilfe bieten auch die Mitarbeiter des Nachbarschaftscafés MA(H)LZEIT der Duisburger Werkkiste in Bruckhausen an. Wer aufgrund der Corona-Krise seine Wohnung nicht mehr verlassen kann, für den übernehmen die MA(H)LZEIT-Mitarbeiter Einkäufe und Botengänge. Ansprechpartner ist Christoph Huxohl (Tel.-Nr.: 0176 13 46 54 21).


Anwohner rund um den Eickelkamp in Wehoven, die derzeit Sorge haben, das Haus wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu verlassen, können sich seit Mitte dieser Woche an den Pfadfinderstamm St. Georg wenden. Die jungen Leute bieten an, Lebensmitteleinkäufe zu übernehmen oder Medikamente aus der Apotheke zu holen. „Die Pfadfinderschaft St. Georg hat in den letzten Jahren sehr viel positiven Zuspruch und Unterstützung aus der Bevölkerung erhalten. Davon möchten wir in dieser Krisenzeit nun ein wenig zurückgeben“, heißt es hierzu in einem Schreiben der Leiterrunde an die Haushalte rund um den Eickelkamp. Wer dieses Angebot gelebter Solidarität und Nachbarschaftshilfe nutzen will, kann sich an folgende Rufnummer wenden: 0152 0451 8662.

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