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Beeindruckender Tiergottesdienst

Segnung von Hund, Katze und Kaninchen inbegriffen

Tiere in der Kirche? Geht das? Ja klar. Wenn vielleicht auch nicht im Kirchengebäude, dann aber auf jeden Fall draußen vor der Kirche. Denn da kann man in Begleitung seiner Vier-Beiner ganz wunderbar gemeinsam Gottesdienst feiern. Das zeigte sich einmal mehr beim mittlerweile 23. Ökumenischen Tiergottesdienst im Duisburger Norden. Gemeinsam hatten Pfarrerin Anja Humbert von der evangelischen Bonhoeffer Gemeinde Marxloh und Schwester Mariotte Hildebrand, Pastoralreferentin der kath. Pfarrei St. Johann am vergangenen Sonntag, 7. Juli neben der Kreuzeskirche an der Friedrich-Wilhelm Straße wieder Groß und Klein, Tier und Mensch zum gemeinsamen Gottesdienst mit anschließender Segensspendung geladen.

Es war ein tolles Bild, was sich da am 7. Juli vor der Kreuzeskirche in Duisburg-Marxloh bot. Auf und unter den im Halbkreis aufgestellten Bierzeltbänken saßen mindestens 40 Hunde, eine Katze und ein Kaninchen sowie jede Menge Kuscheltiere, die alle in Begleitung von Herrchen, Frauchen oder ihrer ganzen Menschenfamilie gekommen waren. Mit großer Gelassenheit verfolgten sie auf ihre Weise den Gottesdienst und ließen sich auch von Weihwasser und Segen nicht stören. Im Gegenteil: Man hatte regelrecht das Gefühl, für die Tiere sei es eine Selbstverständlichkeit, Teil dieser bunten Gottesdienst-Gemeinschaft zu sein. Und das waren sie auch.


Dieser Gottesdienst war in seiner Mischung aus fröhlichen Kinderkirchenliedern zu Gottes schöner Welt, vorgetragen von Kindern aus dem Kindergarten St. Peter unter Leitung von Sr. Mariotte, den Gebeten, der Lesung aus dem Buch Genesis sowie der eher nachdenklichen Ansprache durch Pfarrerin Anja Humbert durchaus bemerkenswert. „Und Gott sah, dass es sehr gut war“. Diesen Satz aus der Schöpfungsgeschichte griff die Pfarrerin auf und betonte: „Wenn Gott heute auf seine Schöpfung schaut, die er uns Menschen anvertraut hat, dann muss er feststellen: Dafür verdienen wir weiß Gott kein ‚sehr gut‘ sondern eher ein ‚mangelhaft‘ oder ein ‚ungenügend‘.“ Ihr Appell: „Wir Menschen müssen umdenken und unseren Umgang mit Tierzucht und Massentierhaltung in Frage stellen.“


Gesagt, getan, luden die Organisatoren des Tiergottesdienstes ihre Gäste im Anschluss dann auch konsequent nur zu Speisen und Getränken ein, für die kein Tier sein Leben lassen musste. Reibekuchen, Salate sowie leckere Sonntagstorten ließen die Festgemeinde aber nichts missen. Die Kollekte ging zur Hälfte an die Tiertafel Duisburg und zur anderen Hälfte an den Verein „Jugend im Aufbruch“.

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