MA(H)LZEIT will mehr sein als Stadtteilküche

Neuer Begegnungs- und Qualifizierungshotspot der Duisburger Werkkiste

Christoph Huxohl und Dzenana Hegemann von der Duisburger Werkkiste wünschen sich viele neue Gäste und Akteure ihrer MA(H)LZEIT ©Duisburger Werkkiste
Christoph Huxohl und Dzenana Hegemann von der Duisburger Werkkiste wünschen sich viele neue Gäste und Akteure ihrer MA(H)LZEIT ©Duisburger Werkkiste

„Haste mal Zeit für eine Mahlzeit? – So oder ähnlich könnte ein Gespräch beginnen, das künftig seine Fortsetzung in der ehemaligen Krypta unter der Liebfrauenkirche in Duisburg-Bruckhausen findet. Denn dort gibt es seit Anfang Juni eine neue Anlaufstelle für Menschen aus dem Duisburger Norden, die mehr sein will als „nur“ eine Stadtteilküche. Und die nennt sich programmatisch „MA(H)LZEIT“.

Klar steht auch bei „MA(H)LZEIT“ das gemeinsame Mittagessen im Mittelpunkt. Und das ist und bleibt so lecker, gut und preiswert, wie es die Teilnehmer der Berufsförderungsmaßnahmen in der Werkkiste ebenso wie die vielen Gäste aus der nahen und fernen Nachbarschaft dies bereits seit Eröffnung der neuen Küche vor fünf Jahren gewohnt sind. Dafür sorgen Küchenleiterin und Köchin Dzenana Hegemann und ihr bewährtes Küchen- und Serviceteam täglich von 12.00 bis 14.00 Uhr zu moderaten Preisen von 1,50 € bis 3,50 €.

Aber MA(H)LZEIT will mehr sein. Es geht um gemeinsam geteilte Zeit, Fähigkeiten, sportliche Aktivitäten und gesundes Leben. Es geht aber auch darum, seine Talente und seine Bedürfnisse als Gast von MA(H)LZEIT im Austausch mit anderen einzubringen, zu stillen oder hervorzukitzeln. „Wir können uns zum Beispiel gut vorstellen, dass Alleinstehende oder ältere Menschen bei uns zum Mittagessen kommen und sich auf diese Weise soziale Kontakte zu anderen Gästen entwickeln, die für beide Seiten bereichernd sein können“, erläutert Sozialpädagoge Christoph Huxohl, neuer Mitarbeiter der Werkkiste und gemeinsam mit Dzenana Hegemann Hauptverantwortlicher für das MA(H)LZEIT-Projekt.


Auch Hilfestellungen rund um die digitale Welt mit ihren für viele nicht selbstverständlichen Herausforderungen zum Beispiel bei der Arbeitssuche oder beim Zusammenstellen von Bewerbungsunterlagen sollen ein fester Bestandteil des MA(H)LZEIT-Angebots werden. „Teilweise werden sich die Gäste hierbei gegenseitig unterstützen können, teilweise werden wir aber auch von unserer Seite aus spezielle Seminare anbieten“, verspricht Huxohl.

Es geht immer ums Geben und Nehmen

Das Prinzip der gegenseitigen Unterstützung, gepaart mit fundierten Ratschlägen von Fachleuten zieht sich durch das gesamte Projekt. „Es geht immer um ein intensives Geben und Nehmen, egal ob es sich um gemeinsame Koch- und Backaktionen handelt, Tipps und Tricks rund um die gesunde Ernährung ausgetauscht werden oder die Teilnehmer sich zu Sport- und Freizeitaktivitäten verabreden“, betont Projektleiterin Dzenana Hegemann. „Und wir wünschen uns natürlich, dass wir über die gemeinsame Mahlzeit viele weitere junge Menschen auf die Lern- und Lehrangebote der Werkkiste hinweisen und für eine Qualifizierungsmaßnahme bei uns begeistern können“, ergänzt Susanne Patzelt, Bereichsleiterin Berufsvorbereitung und Ausbildung in der Duisburger Werkkiste.

MA(H)LZEIT wird von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW gefördert, von der Universität Duisburg/Essen (UDE) wissenschaftlich begleitet und vom Jobcenter sowie der Pfarrei St. Johann unterstützt.

Die wisssenschaftliche Begleitung begann bereits in der Konzeptionsphase des neuen Projektes. Damals hatten sechs Studierende des Fachbereichs Sozialpädagogik an der UDE in einer Umfrage unter rund 50 Teilnehmern an Qualifizierungsmaßnahmen der Werkkiste die Bedarfe und Potenziale ermittelt, die anschließend Eingang in das MA(H)LZEIT-Konzept gefunden haben. Nun wollen sie in den nächsten Monaten wissenschaftlich überprüfen, ob sich ihre Annahmen und Empfehlungen in der Realisationsphase tatsächlich bewähren.

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