Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Sara Atzmon, einer Holocaust-Überlebenden, Künstlerin und Zeitzeugin, die am 23. Juni 2026 in Tel Aviv verstorben
ist.
Mit ihrem Tod verlieren wir eine beeindruckende Persönlichkeit, die in ihrem Leben auf eindringliche Weise Zeugnis von den Verbrechen der Shoa abgelegt hat. Als Überlebende
nationalsozialistischer Verfolgung hat sie ihre Erfahrungen nicht nur in Gesprächen und Begegnungen weitergegeben, sondern auch in ihrem künstlerischen Werk festgehalten. In ihren Bildern
verarbeitete sie das erlittene Leid, den Verlust von Angehörigen, die Erfahrungen von Verfolgung und Entwurzelung sowie die bleibenden Spuren der Shoa. Ihre Werke sind eindrucksvolle Dokumente
des Erinnerns und zugleich ein bleibender Appell, Ausgrenzung, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten.
Für unsere Schulgemeinde waren die Begegnungen mit ihr von besonderer Bedeutung. Gemeinsam mit ihren Familienangehörigen besuchte sie unsere Schule zweimal (2018 und zuletzt 2022) und teilte ihre Lebensgeschichte mit großer Offenheit und Würde mit Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften sowie weiteren Mitgliedern unserer Schulgemeinde. Diese persönlichen Begegnungen haben viele nachhaltig bewegt und geprägt. Sie haben historische Verantwortung nicht nur vermittelbar, sondern unmittelbar erfahrbar gemacht.
Auch ihr künstlerisches Vermächtnis ist mit unserer Schule in besonderer Weise verbunden. In den Jahren 2018 und 2022 konnten ihre Bilder in unserer Aula sowie in Kooperation mit der cubusKunsthalle und dem Lehmbruckmuseum Duisburg, gezeigt werden. Die Ausstellungen haben einen wichtigen Beitrag zur historisch-politischen Bildung an unserer Schule und 10 weiteren Schulen in NRW geleistet und die Erinnerung an die Shoa in besonderer Weise lebendig gehalten.
Wir sind dankbar, dass die Ausstellung in der cubusKunsthalle in Absprache mit der Familie weiterhin jährlich zu Schulungs- und Bildungszwecken gezeigt werden kann. Damit bleibt ihr Werk auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil unserer Erinnerungs- und Bildungsarbeit. Es wird dazu beitragen, jungen Menschen die Folgen von Ausgrenzung, Hass und Gewalt vor Augen zu führen und sie für die Bedeutung von Menschenwürde, Toleranz und demokratischer Verantwortung zu sensibilisieren.
Wir sind der Verstorbenen zu großem Dank verpflichtet. Ihr Mut, ihre Bereitschaft zum Gespräch und ihr unermüdlicher Einsatz gegen das Vergessen bleiben für unsere Schule ein bleibendes Vermächtnis.
Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie und allen, die ihr nahestanden.
Wir werden ihr Andenken in Ehren halten.
Katharina Middendorf
Koordination Kulturelle Bildung
Christina vanLaack
Koordination Erinnerungskultur
Abtei-Gymnasium Duisburg - Hamborn
