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Sternsingerinnen zu Gast in der JVA

Am 4. Januar waren sechs erwachsene Sternsingerinnen aus der sogenannten "Abendrunde" in der katholischen Pfarrei St. Johann zu Gast in der Justizvollzugsanstalt Duisburg-Hamborn, um den dortigen Inhaftierten im Rahmen eines Gottesdienstes den Segen zu bringen. Mit dem Lied „Wir kommen daher aus dem Morgenland“ zogen sie ein, berichteten nach dem Evangelium von ihrem Einsatz, ihrer Motivation und der Herkunft dieser Tradition und antworteten auf die Fragen der Inhaftierten.

 

Laut und spontan äußerten die Männer Betroffenheit und Empörung, als die jungen Frauen unter anderem davon erzählten, wie sie an mancher Haustür abgewiesen oder gar beschimpft worden seien. Die Gesänge und Beiträge der jungen Frauen wurden mehrfach mit spontanem Applaus bedacht. Im Verlauf des Predigtgespräches stellten die Männer ihren Alltag in der JVA dar und betonten, wie gut ihnen so ein farbenprächtiger und sangesstarker Besuch täte. Ihr Besuch und ihre Berichte über das, was sie bei ihrem Einsatz in der Pfarrei erleben würden, hätte ihnen den Tag verschönert und viel Kraft für die Woche gegeben. Die meisten kannten die Sternsinger nur aus dem Fernsehen. Ein Inhaftierter brachte es mit einem Satz zum Ausdruck: „Toll, dass ihr diese schöne Tradition auch zu uns bringt!“. Ganz still und andächtig wurde es, als die Sternsingerinnen den ca. 50 Männern den Segen zusprachen. Die sechs Sternsingerinnen äußerten sich anschließend sehr beeindruckt von der unmittelbaren Resonanz der JVA-Gottesdienstgemeinschaft, der Offenheit, dem Interesse und der hohen Wertschätzung, die ihnen durch die Inhaftierten entgegen gebracht worden war.

Text und Foto: Elisabeth Kämmerling, JVA-Seelsorgerin in Duisburg-Hamborn
Bild:  Sechs Sternsingerinnen der sog. "Abendrunde" und Walter Schenk (Musiker) aus der Pfarrei St. Johann Duisburg–Hamborn