Am Pfingstsonntag, 24.05.2026, präsentiert Karsten Scholz als neuer Kirchenmusiker in der Abteikirche Hamborn die Messe brève des französischen Komponisten Léo Delibes (1836–1891). Es
singt der Abteichor Hamborn. Die Orgelbegleitung übernimmt Peter Bartetzky, ehemaliger Abtei-Kantor und Vor-Vorgänger von Scholz. Das Hochamt beginnt um 11.15 Uhr.
Léo Delibes ist weniger für Kirchenmusik, sondern vor allem für seine Bühnenwerke bekannt – etwa die Ballette Sylvia und Coppélia oder die Oper Lakmé. Selbst Tschaikowski, der Komponist des Schwanensees, äußerte sich außerordentlich positiv über Delibes‘ Musik und schrieb über Sylvia: „Der Schwanensee ist dummes Zeug gegen Sylvia.“ Diese melodische Leichtigkeit und Eleganz prägen auch Delibes‘ Messe brève, die am Pfingstsonntag in der Abteikirche Hamborn zu hören sein wird.
Karsten Scholz ist seit April 2026 als koordinierender Kirchenmusiker der katholischen Pfarrei Sankt Johann im Duisburger Norden tätig. Mit Delibes verbindet ihn, dass er sowohl in der Kirchenmusik als auch am Theater verwurzelt ist. Scholz ist ausgebildeter Konzertpianist und Dirigent und wirkte als Repetitor und Dirigent u.a. an der Oper Köln sowie den Theatern Bielefeld und Dortmund. Immer wieder war er jedoch auch kirchenmusikalisch tätig, so als Organist und Chorleiter in St: Maria Himmelfahrt in Gelsenkirchen-Buer und als Organist in Herz Jesu, Lünen.
Diese kirchenmusikalische Arbeit setzt Scholz nun in Hamborn fort - mit klaren Visionen: „Am Theater werden viele Entscheidungen von der Intendanz getroffen“, erklärt Scholz. „An der Arbeit des
koordinierenden Kirchenmusikers in Hamborn reizt mich besonders die Freiheit, eigene künstlerische Akzente setzen zu können. In der Auswahl der Orgelliteratur, in der Fortführung und dem Ausbau
der Chorarbeit mit den Chören der Pfarrei, der Chorgemeinschaft Unisono und dem Abteichor sowie die Fortführung der internationalen Orgelkonzertreihe in der Abteikirche.“
Ein besonderes Anliegen ist ihm zudem die Pflege des gregorianischen Chorals, den eine Choralschola der Gemeinde mit großer Hingabe kultiviert.
Auf die Frage nach den Herausforderungen seiner neuen Position antwortet Karsten Scholz gelassen: „Natürlich bin ich mir der Entwicklungen wie Kirchenaustritte, des demografischen Wandels oder schrumpfender Chöre bewusst. Aber als gebürtiger Gelsenkirchener und damit ‚Kind des Ruhrgebiets‘ liegt mir besonders am Herzen, die Kirchenmusik und damit das kulturelle Leben im nördlichen Ruhrgebiet zu stärken“, bekräftigt Scholz.
Für den Abteichor zum Beispiel plant er nach der nur kurzen Probenzeit für die Delibes-Messe zwischen Ostern und Pfingsten bereits neue Herausforderungen. „Und die bisher sehr gut gelaunten Chorproben lassen mich hoffnungsfroh in die Zukunft blicken“, ist der neue Kirchenmusiker und Chorleiter überzeugt. „Interessierte Sängerinnen und Sänger sind herzlich zu einer Schnupperprobe eingeladen – oder können den Chor zunächst am Pfingstsonntag live erleben.“
