Fazit: Die Art des Fastens ist in beiden Religionen verschieden, aber das Anliegen sehr ähnlich
Es war ein beeindruckender Gottesdienst an Aschermittwoch in der katholischen Kirche St. Barbara in Röttgersbach. Seite an Seite stimmten sich an diesem Abend rund 70 Gottesdienstbesucher*innen
christlichen wie muslimischen Glaubens gemeinsam auf den in diesem Jahr zeitgleichen Beginn der christlichen Fastenzeit und des muslimischen Fastenmonats Ramadan ein. „So viele Muslime mit
Kopftuch sind selten in einem katholischen Gotteshaus zu Gast“, freute sich Gottesdienst-Leiterin Sr. Mariotte Hillebrand aus der Pfarrei St. Johann. Hierzu eingeladen hatten christliche Frauen
aus der interreligiösen Initiative „Frauen aller Länder laden ein“.
Was bei diesem Gottesdienst, an dem die Besucher auch das Aschekreuz empfangen konnten, sehr deutlich wurde: Die Art des Fastens ist in beiden Religionen verschieden, doch das Anliegen und die
Motivation für das Fasten ist ähnlicher als viele denken. Das betonte auch Zahide Gümüs als Vertreterin der muslimischen Gäste: „Im Christentum beginnt mit dem Aschermittwoch eine Zeit des
Verzichts. Im Islam ist der Ramadan eine solche Zeit. In beiden Religionen geht es dabei nicht nur um Essen oder Trinken, sondern um Selbstdisziplin, Mitgefühl und darum, den Blick wieder stärker
auf Gott und auf die Mitmenschen zu richten.“Ganz besonders eindrucksvoll wurde das Verbindende im Glauben beider Religionen dann noch einmal, als die muslimischen Gäste beim Verlesen des
Matthäus-Evangeliums „Vom Fasten“ (6, 16-18) feststellen mussten, dass dieser biblische Text fast wortgleich so auch im Koran (2. Sure) zu finden ist.
