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Pfarrei St. Judas Thaddäus trennt sich von St. Joseph in Wedau

Letzter Gottesdienst ist für den 26. September geplant

Foto: Bernd Messing
Foto: Bernd Messing

Die Pfarrei St. Judas Thaddäus, zu der alle Kirchen im Stadtbezirk Süd gehören, hat jetzt mitgeteilt, dass sie sich im kommenden September von der Kirche St. Joseph in Wedau und dem dazugehörigen Pfarrheim trennen wird. Auf dem Gelände am Kalkweg ist eine Wohnbebauung geplant.

 

Damit folgt die Pfarrei ihrem Votum zum Pfarreientwicklungsprozess aus dem Jahr 2018, das damals verbindlich beschlossen und vom Essener Bischof Franz-Josef Overbeck bestätigt worden war. Vorgesehen war ein Schließungstermin spätestens im Jahr 2030. Überraschend für viele Katholiken in Wedau ist daher, dass dieser Beschluss nun schon so früh umgesetzt wird.

 

Bereits Anfang Dezember letzten Jahres hatte der dortige Ortsausschuss zusammen mit Vertretern des Pfarrgemeinderats und des Kirchenvorstands unter Leitung von Pfarrer Roland Winkelmann damit begonnen, sich über die notwendigen Schritte bis zur Kirchenschließung Gedanken zu machen. „So schmerzlich dies auch ist, wollten wir dennoch hoffnungsvoll in die Zukunft gehen und den Prozess aktiv mitgestalten“, erläutert Ortsausschussmitglied Heinrich Rotering. „Katholisches Leben wird im Stadtteil aber weiterhin präsent sein“, verspricht der Pfarrer. Und an der Zukunft in 6-Seen-Wedau werde auch schon fleißig geplant.

Katholiken sollen langfristig in 6-Seen-Wedau neue spirituelle Heimat finden

So sei im Neubaugebiet 6-Seen-Wedau auch ein Begegnungszentrum mit Gruppenräumen geplant und es werde dort zudem einen Raum geben, in dem Gottesdienste gefeiert werden können. Dort sollen sowohl neu zugezogene Katholiken als auch diejenigen von den bisherigen Kirchstandorten Wedau und Bissingheim eine neue, gemeinsame spirituelle Heimat finden. Für die Übergangszeit sei man mit dem Ortsausschuss auf der Suche nach Räumlichkeiten.


Der Abschied von St. Joseph soll am letzten Sonntag am 26. September begangen werden. „In diesem letzten Gottesdienst  werden wir gleichzeitig zurückblicken auf 100 Jahre Katholische Kirche in Wedau“, erläutert Pfarrer Roland Winkelmann. Die Vorbereitungen würden im Ortsausschuss bereits laufen. Das Jubiläum in diesem Jahr markiert damit zugleich das Ende von St. Joseph. Auch Generalvikar Klaus Pfeffer hat sein Kommen bereits zugesagt.

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Kommentare: 7
  • #1

    Ulrike Wienand (Donnerstag, 22 April 2021 10:11)

    Würde es auch an eine christliche Kirche verkauft werden, die das Gebäude dann weiterhin im geplanten Sinne nutzt?

  • #2

    Kath. Stadtkirche Duisburg (Donnerstag, 22 April 2021 10:49)

    Lieber Herr Wienand, schon im ersten Absatz unseres Artikels steht, dass das Gelände künftig für Wohnbebauung vorgesehen ist. Sobald Näheres feststeht, wird die Pfarrei St. Judas Thaddäus hierzu sicherlich weitere Infos veröffentlichen.

  • #3

    Volker Schumacher (Freitag, 23 April 2021 15:16)

    Warum wird sich nicht an die Vorgabe gehalten und der Ort wie im Pfarreientwicklungsprozess vorgesehen? Warum und wofür ist der Pfarreientwicklungsprozess, den ganzen Vorgang jetzt neun Jahre eher umzusetzen? Diese Fragen dürfen und müssen gestellt werden. Das ganze wirft Fragen über Fragen auf. Wenn die Kirche sich sowieso nicht an einen Fahrplan hält, warum verschwendet man kostbare Zeit mit nicht zielführenden Gesprächen.
    Eine Posse das Ganze. Anders ist es nicht mehr zu beschreiben.

  • #4

    Volker Schumacher (Freitag, 23 April 2021 15:17)

    Ergänzung zur ersten Frage. Sollte heissen wie vorgesehen erst 2030 geschlossen.

  • #5

    PEP St. Judas Thaddäus (Montag, 26 April 2021 22:23)

    Sehr geehrter Herr Schumacher,
    nirgends steht "erst 2030", sondern "spätestens 2030".

  • #6

    volker schumacher (Montag, 03 Mai 2021 09:16)

    Aus betriebswirtschaftlicher Sicht vollkommen richtig gehandelt. Aber leider nur aus der Sicht. Damit ist alles gesagt.

  • #7

    Wolfgang Spitz (Freitag, 04 Juni 2021 14:06)

    Was geschieht mit der Orgel? Ich nehme an, in Ihrer Kirche gibt es eine Pfeifenorgel, in unserer etwa gleich alten und gleich großen Kirche in Bubenreuth gibt es keine, sondern nur einen elektronischen Notbehelf...